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Sehenswürdigkeiten


Stolper Turm "Grützpott"

Auf einer Anhöhe oberhalb des Dorfes erhebt sich unübersehbar das Wahrzeichen Stolpes der "Grützpott", ein Turm einer Befestigungsanlage, der um 1160 aus Backstein auf einem Feldsteinsockel erbaut wurde und noch gut erhalten ist. Der obere Abschluss besteht aus Resten eines Zinnenkranzes. Mit seinen 18 Metern Durchmesser und einer Mauerstärke von 5 Metern ist dieser Turm der wahrscheinlich dickste noch erhaltene Bergfried Deutschlands. Im Innern gibt es ein Verlies mit achtteiligem Rippengewölbe. Der vorhandene unterirdische Zugang wurde erst 1840 auf Veranlassung von Leopold von Buch angelegt. Die Geschichte läßt sich bis ins 7. und 8. Jh. zurück verfolgen, als Ukranen dort eine Volksburg errichteten. Sie bestand aus zwei Siedlungsflächen, die durch hohe Abschnittswälle in Holz - Herd - Konstruktion und davor liegenden Gräben geschützt wurde. Nach der Eroberung durch die Dänen 1148 wurde in die alte Slawenburg bei Stolpe 1160 eine Vorburg mit Turm nach dem Vorbild dänischer Königsburgen hinein gebaut. Es lohnt sich der steile Anstieg auf diese Anhöhe. Pünktlich zum Beginn der neuen Saison wurde am 02.04.2011 die Ausstellung "Der Stolper Turm - die bedeutendste Burganlage" übergeben. Besucher können sich nun selbst über die Geschichte der Turmburg und ihre baulichen Besonderheiten informieren. Auch der grandiose Blick in das weite Odertal mit den flachen Wiesen zwischen Kanal und Oderlauf entschädigt jeden Besucher.

Turmbesichtigungen sind von April bis Oktober möglich.
Mittwoch bis Samstag von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr und von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Turmführungen jeweils am Sonntag
von 10.00 Uhr bis12.00 Uhr und von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr

Turmführungen sind ab 8 Personen über den Dorfverein Stolpe e. V. unter der Telefonnummer 033338-528 oder unter der Telefonnummer 033338-566 buchbar, Teffpunkt ist am Turm.

Begräbnisstätte der Familie von Buch

Am Ende einer Allee mit Bäumen, die weit mehr als ein Jahrhundert alt sind, liegt auf einer Anhöhe im Schlosspark Stolpe die Erbbegräbnisstätte der Familie von Buch. Ein Obelisk aus Gußeisen (1804) weist den Weg zur Stätte des Gedenkens. In die Umfassungsmauern sind zwei figürliche Grabplatten aus Sandstein eingelassen - Kopien der Originale aus den Jahren 1600 und 1610. Hier fand auch der berühmteste Sohn der Familie, Leopold von Buch (geb. 26.04.1774 in Stolpe, gest. 04.03.1853 in Berlin) seine Ruhestätte. Unter Geologen und Naturwissenschaftlern war er und ist er noch heute wegen seiner richtungsweisenden
Forschungsergebnisse auf den Gebieten Geologie und Mineralogie geschätzt. Er war Mitbegründer der Deutschen Geologischen Gesellschaft und ihr erster Vorsitzender.

Alexander von Humboldt schrieb am Todestag des großen Meisters der Geologie, Leopold von Buch: "Leopold von Buch gehörte nicht allein unter die großen Berühmtheiten unserer Zeit, sondern besaß das schönste und edelste Gemüt. ... Er durfte sich rühmen, das Gebiet geologischen Wissens am meisten erweitert zu haben, immer im unmittelbaren Verkehr mit der Natur."

Durch den Umgang mit diesem Teil der Geschichte in der DDR blieb diese Stätte bisher etwas im Verborgenen und von den Dorfbewohner oder Besuchern wenig beachtet.

Schloss und Schlosspark

Das ehemalige Schloss, heute als Kinderheim genutzt, besteht aus einem zweigeschossigem Hauptbau mit hohem Walmdach und je einem Zwerchhaus über den mittleren Achsen der beiden Langseiten - im Kern 16. Jh. Das Schloss wurde 1553 von der Familie von Buch erbaut und 1917 durch Brand zerstört. Beim Ausbau 1921/22 blieb nur wenig von der Originalsubstanz des historischen Bauwerkeserhalten. Seitenflügel, zur Hofseite ein- und zur Gartenseite zweigeschossig mit Mansardendach, entstanden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Den Schlosspark legte von Buch um 1830 nach Plänen des bekannten Gartengestalters Peter Joseph Lenné an. Das Schlossgebäude und die zerklüfteten Hänge am Fuße des Burgberges wurden im Lenne'schen Sinne in die Gestaltung der Parkanlage einbezogen.

Schweizer Haus

In Hanglage, dem Park zugewandt, erbaute die Familie von Buch 1845 das Schweizer Haus zur Unterbringung von Familienangehörigen. Die Lage, die Architektur und die verwendeten Baumaterialien erinnern an ein Schweizer Gebirgshaus.