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Geschichte


Die frühesten Nachweise der Besiedlung durch die Slawen gehen bis 600 unserer Zeitrechnung zurück. Mit dem Bau der Burganlage und Turm (Bergfried) um 1160 wird Stolpe eine befestigte Siedlung. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Stolpe trägt das Datum 18.01.1251. 1260 wird der erste Probst von Stolpe und eine Probsterei erwähnt. 1286 verliehen Markgraf Otto IV. und sein Bruder Konrad der Siedlung bei der Burg Stolpe das Stadtrecht nach dem Angermünder Recht. Nach der Verpfändung an Magdeburg (1301) wird Stolpe durch Schiedsspruch des Königs Christoph von Dänemark im Jahr 1324 Brandenburg zugeordnet.Bereits ein Jahr später gelangt Stolpe durch den Vertrag von Gandenitz in mecklenburgischen Pfandbesitz. Durch die Urkunde von Oderberg (1354) erfolgt die Zuordnung zu Pommern. Erst 1446 wird der Ort wieder brandenburgisch.  1578 gibt es in Stolpe 35 Bürger, 8 Fischer und einen Hirten; in diesem Jahr wird auch das Vorwerk Linde erstmals erwähnt. 1615 wird als Verwaltungsinstanz des Stolperischen Kreises die Stolperische Kreiskammer gegründet. 50 Jahre nach der Pest und einer Hungersnot leben 1687 wieder 20 Familien in Stolpe. Im 18. Jh. und in der ersten Hälfte des 19. Jh. wächst der Ort. 1750 werden 327 Einwohner gezählt, 1852 sind es 700 und 1861 bereits 885. In diese Zeit (1817) fällt auch die Veränderung der Gebietsstruktur mit der Gründung des Kreises Angermünde, die eine Auflösung des alten Stolperischen Kreises zur Folge hatte.
1895/96 wurde durch den Bau der Chaussee von Stolpe über Crussow, Dobberzin die Verbindung zur Kreisstadt Angermünde grundlegend verbessert. Krankheiten, Hungersnöte, Feuersbrünste und häufige Hochwasser der Oder brachten Stolpe Zerstörung, Leid und Tod. 1637/38 herrschte die Pest und im darauffolgenden Jahr 1639 eine Hungersnot. Auch in jüngerer Zeit (1945/46) forderte eine Typhusepidemie zahlreiche Opfer. 1740 brannte die Kirche ab, 1811 vernichtete ein Großfeuer das Vorwerk Linde. 1874 und 1879 wurde unser Ort von zwei Brandkatastrophen heimgesucht und erheblich zerstört. Das Schloss fiel im Jahr 1917 den Flammen zum Opfer. Dramatische Hochwassersituation an der Oder kannten alle Generationen der Einwohner des Ortes. Von großen Hochwassern mit verheerenden Auswirkungen wird in den Jahren 1732, 1736 und 1947 berichtet. Durch die Errichtung eines Schöpfwerkes (1879), den Bau des Oderkanals (1908-1914) und die Aufschüttung der Deiche im Lunower - Stolper - Polder verringerten sich die Gefahren für den Ort und seine Bewohner. Dennoch haben die Stolper Bürger gelernt, mit dieser Naturgewalt zu leben. Im August 1997 beim Jahrhunderthochwasser an der Oder konnten nur durch den unermüdlichen Einsatz aller unserer Stolper Einwohner mit Unterstützung der Bundeswehr die Deiche gesichert und eine Katastrophe verhindert werden. Durch die bundesweite Solidarität mit einer großen Spendenbereitschaft, konnten die am Bollwerk und am Sportplatz entstandenen Schäden 1998 beseitigt werden.
















Kirchengeschichte
Die erste Erwähnung eines evangelischen Pfarrers in Stolpe geht bis zum Jahr 1543 zurück. 1719/20 wurde das heute noch vorhandene Pfarrhaus erbaut. Da 1740 die Kirche einem Brand zu Opfer fiel, entstand 1856 neben dem Pfarrhaus ein Kirchenneubau. Infolge fortschreitender Baufälligkeit der Kirche wurde 1933/34 zum Ersatz eine Kapelle auf dem Friedhof errichtet. 1935 mußte die durch Verwerfungen der Fundamente einsturzgefährdete Kirche gesprengt werden. Bis 1953 hatte Stolpe einen Pfarrer, er verließ wegen Differenzen mit der Obrigkeit den Ort. Danach wurde die Pfarrstelle nicht mehr besetzt.











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